Ein kleines Tier huscht zwischen den Blumenbeeten hindurch. Unter einem Obstbaum taucht plötzlich ein Erdloch auf, und wenige Tage später beginnen die ersten Pflanzen zu welken. Für viele Gartenbesitzer ist die Diagnose schnell gestellt: Eine Maus hat sich im Garten angesiedelt. Doch Maus ist nicht gleich Maus. Zwischen Wühlmaus, Feldmaus und Spitzmaus gibt es erhebliche Unterschiede – sowohl beim Aussehen als auch bei der Ernährung und den möglichen Schäden.
Besonders wichtig ist die richtige Unterscheidung, bevor Maßnahmen ergriffen werden. Denn während die Große Wühlmaus, auch Schermaus genannt, ganze Wurzelsysteme beschädigen kann, ernährt sich die Spitzmaus überwiegend von tierischer Nahrung und ist im Garten häufig ein nützlicher Helfer. Die Feldmaus wiederum bevorzugt Gräser, Kräuter und Samen und hinterlässt charakteristische Laufwege im Rasen.
Wühlmaus, Feldmaus oder Spitzmaus? Am zuverlässigsten erkennen Sie die Tiere an einer Kombination aus Körperform, Schnauze, Gangsystem und Fraßspuren. Einzelne Erdlöcher oder ein flüchtiger Blick auf ein kleines graues Tier reichen für eine sichere Bestimmung meist nicht aus.
Wir erklären, welche Arten in deutschen Gärten vorkommen, woran Sie die Unterschiede erkennen und wann überhaupt Handlungsbedarf besteht.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Große Wühlmaus beziehungsweise Schermaus: Kräftiger Pflanzenfresser, der unterirdische Gänge anlegt und Wurzeln, Knollen sowie Blumenzwiebeln beschädigen kann.
- Feldmaus: Kleinere Wühlmausart, die offene Lebensräume bevorzugt und häufig oberirdische Laufwege sowie kleine Eingangslöcher hinterlässt.
- Spitzmaus: Kein Nagetier, sondern ein insektenfressendes Säugetier mit auffallend langer, spitzer Schnauze.
- Erdhaufen: Flache, unregelmäßige Erdhaufen können auf Schermäuse hinweisen. Feldmäuse hinterlassen häufiger offene Löcher ohne größere Haufen.
- Fraßschäden: Abgefressene Wurzeln sprechen eher für Schermäuse, Fraß an Gräsern und Kräutern kann auf Feldmäuse hindeuten.
- Artenschutz: Einheimische Spitzmäuse und Maulwürfe stehen in Deutschland unter besonderem Schutz. Sie dürfen nicht einfach gefangen, verletzt oder getötet werden.
Wühlmaus, Feldmaus und Spitzmaus im direkten Vergleich
Obwohl die drei Tiergruppen auf den ersten Blick ähnlich aussehen können, unterscheiden sie sich biologisch deutlich. Eine wichtige Besonderheit: Die Feldmaus gehört selbst zu den Wühlmäusen. Mit der im Garten häufig gemeinten „Wühlmaus“ ist dagegen meist die deutlich größere Schermaus gemeint.
| Merkmal | Große Wühlmaus (Schermaus) | Feldmaus | Spitzmaus |
|---|---|---|---|
| Wissenschaftliche Einordnung | Arvicola amphibius | Microtus arvalis | Mehrere Arten, beispielsweise Sorex araneus |
| Kopf-Rumpf-Länge | Etwa 12–22 cm | Etwa 9,5–12 cm | Je nach Art meist deutlich kleiner |
| Körperbau | Kräftig, gedrungen | Klein, rundlich, gedrungen | Meist schlanker mit spitzer Schnauze |
| Schnauze | Stumpf | Kurz und stumpf | Lang und auffällig spitz |
| Ohren | Klein und teilweise im Fell verborgen | Klein und wenig auffällig | Meist klein und im Fell verborgen |
| Ernährung | Überwiegend pflanzlich, besonders Wurzeln und Knollen | Überwiegend Gräser, Kräuter und andere Pflanzenteile | Vor allem Insekten, Larven, Würmer und andere kleine Wirbellose |
| Typische Spuren | Geschlossene Gänge, flache Erdhaufen, beschädigte Wurzeln | Offene Löcher und oberirdische Laufwege | Keine typischen größeren Erdhaufen |
| Bedeutung im Garten | Kann erhebliche Pflanzenschäden verursachen | Kann bei hoher Populationsdichte Pflanzen schädigen | Oft nützlich durch den Verzehr kleiner Wirbelloser |
Wichtig: Die angegebenen Größen sind Richtwerte. Jungtiere, verschiedene Spitzmausarten und Unterschiede zwischen einzelnen Populationen können die Bestimmung erschweren.
1. Die Große Wühlmaus: Der Wurzelfresser unter der Erde
Wenn Gartenbesitzer von Wühlmäusen sprechen, meinen sie häufig die Schermaus. Sie wird auch Große Wühlmaus oder gelegentlich Wühlratte genannt.
Das Tier besitzt einen gedrungenen Körper, eine stumpfe Schnauze sowie vergleichsweise kleine Augen und Ohren. Das Fell kann von hellbraun bis dunkelbraun oder nahezu schwarz variieren.
Im Garten lebt die Schermaus überwiegend in einem selbst angelegten unterirdischen Gangsystem. Ihre Anwesenheit fällt deshalb oft erst dann auf, wenn Erdhaufen entstehen oder Pflanzen geschädigt werden.
Woran erkennt man eine Schermaus?
Besonders charakteristisch sind die unterirdischen Gänge und die damit verbundenen Erdhaufen.
Typische Hinweise:
- Flache, unregelmäßig geformte Erdhaufen.
- Feine Erde, die teilweise Pflanzen- oder Wurzelreste enthält.
- Unterirdische Gänge, die häufig hochoval geformt sind.
- Wurzeln, die innerhalb der Gänge glatt oder deutlich angenagt erscheinen.
- Pflanzen, die trotz ausreichender Wasserversorgung plötzlich welken.
- Blumenzwiebeln oder Wurzelgemüse, die teilweise oder vollständig verschwinden.
Schermäuse verschließen ihre Gänge normalerweise. Offen liegende Eingänge sind daher weniger typisch als bei Feldmäusen.
Welche Pflanzen sind besonders gefährdet?
Große Wühlmäuse ernähren sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung. Besonders attraktiv sind nährstoffreiche Wurzeln, Knollen und andere unterirdische Pflanzenteile.
Zu den möglicherweise betroffenen Gartenpflanzen gehören:
- Möhren, Sellerie und andere Wurzelgemüse
- Tulpen und weitere Zwiebelpflanzen
- Junge Obstbäume
- Rosen und andere Ziergehölze
- Stauden mit fleischigen Wurzeln
Ein typisches Schadbild zeigt sich bei jungen Bäumen: Die Pflanze entwickelt sich zunächst normal, beginnt dann aber zu welken oder steht plötzlich ungewöhnlich locker im Boden. Ursache können stark beschädigte Wurzeln sein.
Ein solcher Schaden ist allerdings noch kein Beweis für Wühlmäuse. Auch Trockenheit, Wurzelkrankheiten, andere Tiere und ungeeignete Bodenbedingungen können ähnliche Symptome hervorrufen.
2. Die Feldmaus: Klein, gedrungen und häufig auf offenen Flächen
Die Feldmaus gehört biologisch zur Unterfamilie der Wühlmäuse. Sie ist jedoch deutlich kleiner als die Große Wühlmaus und besitzt eine andere Lebensweise.
Ihr Körper ist gedrungen, der Kopf rundlich und die Schnauze relativ stumpf. Die Ohren sind klein und ragen kaum aus dem Fell hervor.
Feldmäuse sind vor allem in offenen Landschaften verbreitet. Besonders häufig leben sie auf Wiesen, Weiden, Äckern und anderen Flächen mit niedriger Vegetation.
Auch Gärten können geeignete Lebensräume bieten, insbesondere wenn sie an Wiesen oder landwirtschaftlich genutzte Flächen angrenzen.
Woran erkennt man Feldmäuse im Garten?
Feldmäuse hinterlassen häufig Spuren an der Bodenoberfläche.
Besonders typisch sind schmale Laufwege zwischen Gras und anderen Pflanzen. Diese sogenannten Wechsel entstehen, wenn die Tiere regelmäßig dieselben Wege nutzen.
Häufig führen solche Laufwege zu kleinen, offen stehenden Erdlöchern.
Im Unterschied zur Großen Wühlmaus werfen Feldmäuse normalerweise keine auffälligen größeren Erdhaufen auf.
Wenn Sie im Rasen mehrere kleine Eingänge erkennen, die durch schmale, niedergetretene oder abgefressene Streifen verbunden sind, könnte es sich deshalb um Feldmäuse handeln.
Was fressen Feldmäuse?
Die Feldmaus ist überwiegend Pflanzenfresser.
Sie ernährt sich insbesondere von Gräsern, Kräutern, Samen und weiteren Pflanzenteilen.
Im Garten kann sie junge Triebe oder andere niedrig wachsende Pflanzen beschädigen.
Bei hoher Bestandsdichte können Feldmäuse erheblichen Fraß verursachen. Das betrifft insbesondere landwirtschaftliche Flächen, auf denen sich unter günstigen Bedingungen große Populationen entwickeln können.
Im gewöhnlichen Hausgarten besteht dagegen nicht bei jeder einzelnen Feldmaus Anlass zum Eingreifen.
Der entscheidende Unterschied zur Schermaus ist das typische Schadbild: Feldmäuse nutzen stärker die Vegetation an der Oberfläche, während Schermäuse besonders durch unterirdischen Wurzelfraß auffallen.
3. Die Spitzmaus: Ein nützlicher Insektenfresser statt eines Nagers
Die Spitzmaus wird besonders häufig falsch eingeordnet. Ihr Name und ihre geringe Körpergröße erinnern an eine gewöhnliche Maus. Biologisch gehört sie jedoch zu einer völlig anderen Säugetiergruppe.
Spitzmäuse sind keine Nagetiere, sondern gehören zur Ordnung der Insektenfresser (Eulipotyphla).
Sie sind näher mit Igeln und Maulwürfen verwandt als mit Hausmäusen oder Feldmäusen.
Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist die auffallend lange, spitz zulaufende Schnauze.
Diese erinnert beinahe an einen kleinen Rüssel und wird bei der Nahrungssuche eingesetzt.
Wie sieht eine Spitzmaus aus?
Je nach Art unterscheiden sich Größe und Fellfarbe.
Typische Merkmale sind:
- Eine sehr spitze, längliche Schnauze.
- Kleine Augen.
- Kleine, häufig im Fell verborgene Ohren.
- Ein meist schlanker Körper.
- Schnelle, beinahe hektisch wirkende Bewegungen.
- Häufiges Absuchen des Bodens und dichter Vegetation nach Nahrung.
In deutschen Gärten können unterschiedliche Spitzmausarten auftreten, darunter die Waldspitzmaus und die Hausspitzmaus.
Eine sichere Unterscheidung einzelner Spitzmausarten ist anhand eines kurzen Blicks oft schwierig.
Was fressen Spitzmäuse?
Spitzmäuse ernähren sich überwiegend von tierischer Nahrung.
Auf ihrem Speiseplan stehen unter anderem:
- Insekten und ihre Larven
- Käfer
- Spinnen
- Würmer
- Weitere kleine Wirbellose
Damit unterscheiden sie sich grundlegend von Feldmäusen und Schermäusen.
Eine Spitzmaus nagt normalerweise keine Pflanzenwurzeln ab, um sich davon zu ernähren.
Sie kann vielmehr dazu beitragen, die Bestände bestimmter wirbelloser Tiere im Garten zu begrenzen.
Sind Spitzmäuse im Garten schädlich?
In der Regel nicht.
Spitzmäuse können zwar durch ihre schnellen Bewegungen und ihr manchmal überraschendes Auftauchen erschrecken. Für gesunde Gartenpflanzen stellen sie normalerweise keine bedeutende Fraßgefahr dar.
Sie sind Bestandteil des natürlichen Nahrungsnetzes und dienen ihrerseits verschiedenen Greifvögeln und anderen Beutegreifern als Nahrung.
Wer eine Spitzmaus im Garten entdeckt, sollte sie möglichst ungestört lassen. Eine Bekämpfung ist nicht nur unnötig, sondern kann auch gegen geltende Artenschutzbestimmungen verstoßen.
Wühlmaus oder Spitzmaus: Die Schnauze macht den Unterschied
Wenn ein Tier kurz durch das Blumenbeet huscht, ist die Körperform häufig der erste Anhaltspunkt.
Die Große Wühlmaus und die Feldmaus besitzen eine eher stumpfe Schnauze. Ihr Kopf wirkt rundlich und kompakt.
Bei der Spitzmaus ist die Schnauze dagegen deutlich länger und spitz zulaufend.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Nahrungssuche: Spitzmäuse bewegen sich häufig suchend durch Laub, Moos und dichte Vegetation, während sie kleine Wirbellose aufspüren.
Allerdings sollte man daraus keine einfache Regel für jede Beobachtung ableiten. Auch Feldmäuse bewegen sich zwischen Pflanzen, und manche Spitzmäuse nutzen vorhandene Gänge.
Am besten ist die Bestimmung anhand mehrerer Merkmale.
Welche Maus macht Erdhaufen im Garten?
Wenn plötzlich Erde auf dem Rasen liegt, denken viele Gartenbesitzer sofort an eine Wühlmaus.
Doch auch Maulwürfe legen unterirdische Gangsysteme an und werfen dabei Erde an die Oberfläche.
Die Unterscheidung ist besonders wichtig, denn Maulwürfe sind in Deutschland besonders geschützt.
Erdhaufen der Schermaus
Typisch sind eher flache und unregelmäßig geformte Haufen.
Die Erde kann mit feinen Pflanzenresten vermischt sein. Der Gang liegt häufig etwas seitlich neben dem Erdhaufen.
Die Schermaus nutzt ihre Gänge zur Nahrungssuche und kann dabei Pflanzenwurzeln beschädigen.
Erdhaufen des Maulwurfs
Maulwurfshügel wirken häufig höher und kuppelförmiger.
Die Erde wird meist unmittelbar über dem Gang nach oben gedrückt.
Maulwürfe ernähren sich überwiegend von tierischer Nahrung, beispielsweise Regenwürmern und anderen Bodenorganismen. Sie fressen keine Pflanzenwurzeln wie Schermäuse.
| Merkmal | Schermaus | Maulwurf |
|---|---|---|
| Form des Erdhaufens | Oft flach und unregelmäßig | Häufig höher und kuppelförmig |
| Lage des Ganges | Häufig seitlich zum Erdhaufen | Häufig unmittelbar darunter |
| Pflanzenreste in der Erde | Können vorhanden sein | Weniger typisch |
| Ernährung | Überwiegend pflanzlich | Überwiegend tierisch |
| Wurzelschäden durch Fraß | Möglich | Nein |
| Artenschutz | Nicht generell besonders geschützt | Besonders geschützt |
Achtung: Form und Größe eines Erdhaufens allein ermöglichen nicht immer eine sichere Bestimmung. Bodenbeschaffenheit, Witterung und die Nutzung bereits vorhandener Gangsysteme können die Spuren verändern.
Welche Maus macht kleine Löcher im Rasen?
Kleine Löcher im Garten können unterschiedliche Ursachen haben.
Feldmäuse besitzen häufig gut erkennbare Eingänge, die mit oberirdischen Laufwegen verbunden sind.
Spitzmäuse können vorhandene Hohlräume oder kleine Zugänge zu Verstecken nutzen, hinterlassen aber keine für sie allein eindeutig charakteristischen Lochformen.
Auch andere Tiere können ähnliche Spuren verursachen.
Deshalb sollte man zusätzlich auf folgende Merkmale achten:
- Gibt es oberirdische Laufwege?
- Liegen neben den Löchern Erdhaufen?
- Sind Pflanzenwurzeln beschädigt?
- Sind die Löcher dauerhaft offen?
- Wurde das Tier selbst beobachtet?
- Befinden sich die Spuren eher im Rasen, im Beet oder unter Gehölzen?
Je mehr Hinweise zusammenpassen, desto zuverlässiger lässt sich die wahrscheinliche Tierart eingrenzen.
Welche Fraßspuren verraten die Tierart?
Wer keine Maus zu Gesicht bekommt, kann häufig anhand beschädigter Pflanzen feststellen, welches Tier infrage kommt.
Abgefressene Wurzeln
Wenn Pflanzen plötzlich welken und sich beim Herausziehen kaum noch Wurzeln zeigen, könnte eine Schermaus verantwortlich sein.
Besonders auffällig sind angefressene Wurzelbereiche an Obstgehölzen und Stauden.
Beschädigte Gräser und Kräuter
Feldmäuse ernähren sich stark von oberirdischer Vegetation.
Abgefressene Gräser und Kräuter entlang kleiner Laufwege können deshalb auf ihre Anwesenheit hinweisen.
Keine erkennbaren Pflanzenschäden
Wenn ein kleines spitzschnäuziges Tier regelmäßig durch den Garten läuft, ohne dass typische Fraßschäden an Pflanzen auftreten, könnte es sich um eine Spitzmaus handeln.
Die Tiere suchen vor allem nach Insekten und anderen kleinen Wirbellosen.
Wichtig: Fraßspuren sind Indizien und kein sicherer Artnachweis. Schnecken, Insektenlarven, andere Nagetiere oder Pflanzenkrankheiten können ähnliche Schäden verursachen.
Wühlmaus erkennen: So funktioniert die Verwühlprobe
Wer herausfinden möchte, ob ein unterirdisches Gangsystem noch von einer Schermaus genutzt wird, kann eine sogenannte Verwühlprobe durchführen.
Diese Methode nutzt das typische Verhalten der Tiere, beschädigte oder geöffnete Gänge wieder zu verschließen.
Schritt 1: Einen verdächtigen Gang lokalisieren
Suchen Sie nach einem frischen, flachen Erdhaufen. In seiner Nähe kann sich ein unterirdischer Gang befinden.
Gehen Sie vorsichtig vor, um Pflanzenwurzeln und andere Bodenbewohner möglichst wenig zu beeinträchtigen.
Schritt 2: Den Gang vorsichtig öffnen
Öffnen Sie einen kleinen Abschnitt des Ganges, ohne ihn vollständig zu zerstören.
Dokumentieren Sie die Stelle, damit Sie sie später wiederfinden.
Schritt 3: Die Stelle kontrollieren
Aktive Schermäuse verschließen geöffnete Gänge häufig innerhalb weniger Stunden erneut mit Erde.
Wird die Öffnung wiederholt verschlossen, spricht das für ein genutztes Gangsystem.
Die genaue Reaktion kann sich jedoch unterscheiden. Eine einzelne offen gebliebene Stelle beweist daher nicht, dass keine Schermaus vorhanden ist.
Schritt 4: Den Befund richtig einordnen
Eine Verwühlprobe kann die Verdachtsdiagnose unterstützen, ersetzt aber nicht grundsätzlich die Unterscheidung von anderen grabenden Tieren.
Besonders wichtig ist, einen Maulwurfbau nicht versehentlich als Wühlmausgang zu behandeln.
Bei unklarer Bestimmung sollte auf Fang- oder Bekämpfungsmaßnahmen verzichtet werden. Im Zweifel können eine fachkundige Gartenberatung oder eine entsprechend qualifizierte Schädlingsbekämpfung helfen.
Warum ist die Feldmaus eigentlich auch eine Wühlmaus?
Im Alltag werden Feldmaus und Wühlmaus häufig als zwei unterschiedliche Tierarten bezeichnet.
Biologisch ist diese Gegenüberstellung nicht ganz korrekt.
Die Feldmaus gehört selbst zur Unterfamilie der Wühlmäuse. Der Begriff Wühlmaus bezeichnet somit eine größere Gruppe von Nagetieren.
Innerhalb dieser Gruppe existieren verschiedene Arten mit unterschiedlichen Größen, Lebensräumen und Ernährungsgewohnheiten.
In Gartenratgebern steht der Ausdruck Wühlmaus jedoch häufig stellvertretend für die Große Wühlmaus beziehungsweise Schermaus.
Dadurch entsteht leicht der Eindruck, Wühlmaus und Feldmaus seien grundsätzlich zwei getrennte Tiergruppen.
Für die praktische Bestimmung ist die Unterscheidung zwischen Schermaus und Feldmaus daher genauer als die Gegenüberstellung von Wühlmaus und Feldmaus.
Sind Wühlmäuse, Feldmäuse und Spitzmäuse in Deutschland geschützt?
Beim Umgang mit wild lebenden Tieren gelten in Deutschland rechtliche Vorgaben. Dabei ist wichtig, zwischen besonders geschützten Arten und anderen wild lebenden Tieren zu unterscheiden.
Nach den Informationen des Umweltbundesamtes sind unter anderem die Schermaus und die Feldmaus von bestimmten artenschutzrechtlichen Sonderregelungen ausgenommen, die für zahlreiche andere einheimische Säugetiere gelten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass sämtliche Methoden zu ihrer Bekämpfung erlaubt wären.
Auch allgemeine Vorschriften des Tierschutzrechts sowie Anforderungen an zulässige Mittel und Verfahren müssen eingehalten werden.
Spitzmäuse stehen unter besonderem Schutz
Für einheimische Spitzmäuse gilt ein besonderer Artenschutz.
Sie dürfen nicht ohne entsprechende rechtliche Grundlage gefangen, verletzt oder getötet werden.
Eine vermeintliche Wühlmaus sollte deshalb keinesfalls vorschnell mit einer Falle bekämpft werden, solange die Tierart nicht sicher bestimmt wurde.
Auch Maulwürfe sind geschützt
Maulwürfe stehen ebenfalls unter besonderem Schutz.
Wer ihre Erdhaufen mit denen von Schermäusen verwechselt, riskiert bei unerlaubten Eingriffen rechtliche Konsequenzen.
Der wichtigste Grundsatz lautet: Erst bestimmen, dann über mögliche Maßnahmen entscheiden.
Muss man jede Maus im Garten vertreiben?
Nein. Ein Garten ist ein Lebensraum für zahlreiche Tiere. Nicht jedes kleine Säugetier verursacht automatisch einen Schaden.
Spitzmäuse sind als Insektenfresser häufig erwünschte Gartenbewohner.
Auch einzelne Feldmäuse müssen nicht zwangsläufig zum Problem werden.
Bei Schermäusen kann die Situation anders aussehen, besonders wenn junge Obstbäume oder wertvolle Gartenpflanzen betroffen sind.
Entscheidend sind die tatsächlichen Schäden und nicht allein die Anwesenheit eines Tieres.
Wer allgemeine Hinweise zu Nahrung, Unterschlupfmöglichkeiten und vorbeugenden Maßnahmen sucht, findet diese in unserem vorhandenen Ratgeber Mäuse im Garten: Ursachen und Möglichkeiten zur Vorbeugung.
Dieser Artikel zur Unterscheidung der Tierarten soll dagegen vor allem helfen, die beobachteten Tiere und ihre Spuren richtig einzuordnen.
Wie schützt man Pflanzen, ohne nützliche Tiere zu gefährden?
Wenn tatsächlich Schermäuse Schäden verursachen, ist eine vorbeugende Sicherung empfindlicher Pflanzen häufig sinnvoller als ungezielte Maßnahmen gegen sämtliche Kleinsäuger.
Wurzelballen mit geeigneten Drahtkörben schützen
Bei der Pflanzung junger Obstbäume können spezielle Wühlmausschutzkörbe aus geeignetem Draht eingesetzt werden.
Sie bilden eine Barriere zwischen den empfindlichen Wurzeln und unterirdisch nagenden Tieren.
Wichtig ist, dass der Korb fachgerecht angebracht wird und das Material ausreichend langlebig sowie für die jeweilige Pflanze geeignet ist.
Hochbeete von unten sichern
Ein engmaschiges, stabiles Metallgitter am Boden eines Hochbeets kann verhindern, dass größere Wühlmäuse von unten eindringen.
Die Gitterkanten sollten sorgfältig angeschlossen werden, damit keine ungeschützten Zugänge verbleiben.
Natürliche Gegenspieler unterstützen
Wiesel, Greifvögel und Eulen gehören zu den natürlichen Feinden verschiedener Mäusearten.
Strukturreiche, naturnahe Lebensräume können solche Tiere unterstützen.
Allerdings garantiert das Vorhandensein natürlicher Feinde nicht, dass ein bestimmter Garten frei von Wühlmäusen bleibt.
Keine ungezielten Gifte einsetzen
Ungezielte Giftanwendungen können andere Tiere gefährden und rechtliche Probleme verursachen.
Besonders kritisch ist der mögliche Kontakt von Haustieren, Wildtieren und natürlichen Mäusefeinden mit Giftstoffen.
Deshalb sollten Schutzmaßnahmen möglichst artspezifisch und auf Grundlage einer zuverlässigen Bestimmung erfolgen.
Was tun, wenn eine Spitzmaus ins Haus gelangt?
Gelegentlich verirrt sich eine Spitzmaus in einen Keller, eine Garage oder ein Gartenhaus.
Das bedeutet nicht, dass sich dort automatisch ein dauerhafter Befall entwickelt.
Spitzmäuse suchen überwiegend nach tierischer Nahrung und verstecken sich gerne in geschützten Bereichen.
Da sie einen hohen Stoffwechsel besitzen und regelmäßig Nahrung benötigen, sollte ein eingeschlossenes Tier nicht über längere Zeit sich selbst überlassen werden.
Am besten ermöglichen Sie der Spitzmaus einen gefahrlosen Weg nach draußen und halten Haustiere auf Abstand.
Ist dies nicht möglich, kann eine örtliche Wildtierhilfe oder zuständige Naturschutzstelle beraten.
Auf eigenmächtige Fangaktionen sollte wegen des Artenschutzes verzichtet werden.
Warum sind Mäuse und Spitzmäuse für die Natur wichtig?
Kleine Säugetiere erfüllen verschiedene Aufgaben in Ökosystemen.
Feldmäuse und andere Nagetiere sind wichtige Beutetiere für zahlreiche Greifvögel, Eulen, Wiesel und weitere Raubtiere.
Ihre Aktivitäten beeinflussen außerdem Vegetation und Bodenstruktur.
Spitzmäuse sind Teil der Lebensgemeinschaften am Boden. Sie ernähren sich von vielen kleinen wirbellosen Tieren und tragen selbst zur Nahrung anderer Wildtiere bei.
Auch größere Wühlmäuse beeinflussen durch ihre Grabtätigkeit den Boden und die Vegetation.
Aus ökologischer Sicht sind diese Tiere deshalb nicht einfach nur Schädlinge. Sie erfüllen Funktionen in natürlichen Nahrungsnetzen.
Im Garten können dennoch Konflikte entstehen, wenn bestimmte Pflanzen beschädigt werden.
Eine gute Gartenpflege versucht, empfindliche Pflanzen zu schützen und gleichzeitig möglichst viele nützliche Wildtiere zu erhalten.
Besonderheiten in Gärten an der Ostsee
Auch in Stralsund, auf Rügen und im weiteren Ostseeraum können unterschiedliche kleine Säugetiere vorkommen.
Ob Feldmäuse, Schermäuse oder Spitzmäuse einen Garten nutzen, hängt vor allem von den konkreten Lebensraumbedingungen ab.
Gärten am Rand von Wiesen oder Äckern können beispielsweise für Feldmäuse besonders gut erreichbar sein.
Größere Wühlmäuse finden in geeigneten Böden Möglichkeiten zum Anlegen ihrer Gänge.
Spitzmäuse profitieren häufig von strukturreichen Bereichen, in denen sie Insekten und andere kleine Wirbellose finden.
Ein besonderer Küstenstandort macht die grundlegenden Bestimmungsmerkmale allerdings nicht ungültig.
Wer seinen Garten in der Region Stralsund langfristig naturnah gestalten möchte, kann die Planung mit unserem Beitrag Haus und Garten im Jahresverlauf: Checklisten für jede Saison verbinden.
Checkliste: Welche Maus lebt in meinem Garten?
Diese Übersicht hilft bei der ersten Einschätzung.
| Beobachtung | Wahrscheinliche Einordnung |
|---|---|
| Großes, gedrungenes Tier mit stumpfer Schnauze; flache Erdhaufen und Wurzelschäden | Hinweis auf eine Schermaus |
| Kleines, rundliches Tier; offene Löcher und schmale Wege im Gras | Hinweis auf Feldmäuse |
| Kleines Tier mit auffallend langer, spitzer Schnauze | Hinweis auf eine Spitzmaus |
| Hohe, regelmäßig wirkende Erdhaufen ohne typische Wurzelfraßschäden | Möglicherweise ein Maulwurf |
| Junge Obstbäume welken, Wurzeln sind stark angenagt | Verdacht auf Schermaus, andere Ursachen prüfen |
| Abgefressene Gräser entlang oberirdischer Laufwege | Möglicherweise Feldmäuse |
| Nur ein einzelnes kleines Erdloch ohne weitere Spuren | Keine sichere Bestimmung möglich |
Für eine sichere Bestimmung sollten möglichst mehrere Merkmale übereinstimmen. Ein Foto des Tieres oder der Spuren kann zusätzlich hilfreich sein.
Die häufigsten Fehler bei der Bestimmung
Fehler 1: Jede Maus im Garten für eine Wühlmaus halten
Nicht jede kleine Maus gehört zur Art der Großen Wühlmaus. Neben Feldmäusen können auch Waldmäuse, Rötelmäuse und andere kleine Säugetiere vorkommen.
Die genaue Art ist wichtig, weil sich Ernährung, Lebensweise und gesetzliche Vorgaben unterscheiden.
Fehler 2: Spitzmäuse wegen ihres Namens zu den Nagetieren zählen
Die Spitzmaus ist biologisch kein Nagetier. Sie besitzt eine andere Ernährungsweise und steht in Deutschland unter besonderem Schutz.
Fehler 3: Jeden Erdhaufen einer Wühlmaus zuordnen
Auch Maulwürfe werfen Erde auf. Eine Verwechslung kann problematisch sein, weil die Tiere besonders geschützt sind.
Fehler 4: Bei welkenden Pflanzen sofort von Mäusefraß ausgehen
Wurzelschäden können verschiedene Ursachen haben. Erst wenn passende Fraßspuren oder Gänge vorhanden sind, erhärtet sich der Verdacht.
Fehler 5: Ohne sichere Bestimmung Fallen oder Gift einsetzen
Ungezielte Maßnahmen können geschützte oder nützliche Tiere gefährden.
Vor jedem Eingriff muss geklärt werden, welches Tier tatsächlich verantwortlich ist und welche Maßnahmen rechtlich zulässig sind.
Fazit: Die richtige Bestimmung schützt Pflanzen und Wildtiere
Wühlmaus, Feldmaus und Spitzmaus sehen für ungeübte Beobachter zunächst ähnlich aus. Bei genauerem Hinsehen unterscheiden sie sich jedoch deutlich.
Die Große Wühlmaus beziehungsweise Schermaus ist ein kräftiger Pflanzenfresser, der unterirdische Gänge anlegt und besonders an Wurzeln, Knollen und Blumenzwiebeln Schäden verursachen kann.
Die kleinere Feldmaus bevorzugt offene Landschaften und hinterlässt häufig oberirdische Laufwege sowie kleine, offen stehende Löcher.
Die Spitzmaus ist dagegen kein Nagetier. Ihre lange, spitze Schnauze und ihre überwiegend tierische Ernährung machen sie zu einem wichtigen Bestandteil naturnaher Gärten.
Wer das Tier anhand seines Aussehens und seiner Spuren richtig erkennt, vermeidet unnötige Maßnahmen und kann gezielt auf tatsächliche Pflanzenschäden reagieren.
Im Zweifel gilt: Lieber genauer beobachten als vorschnell handeln. Denn nicht jede Maus im Garten ist ein Schädling – und manche vermeintlichen Mäuse sind sogar besonders wertvolle Gartenbewohner.





